Geschichte
des Celloherbstes

von

2004

bis

2018

Geschichte des Celloherbstes

Am Anfang war ein klei­nes Festival …

Eigentlich soll­te es ein ganz klei­nes Festival wer­den, wel­ches die Cellistin Felicitas Stephan und der Kontrabassist Uli Bär in den zwei Kirchen im klei­nen Dorf Opherdicke ver­an­stal­ten woll­ten. Der da­ma­li­ge 1. Vorsitzende des Kulturkreises der Unnaer Wirtschaft und Niederlassungsleiter Gunnar Dencker von Mercedes Benz in Unna hat­te 2003 so­fort ein of­fe­nes Ohr für das Instrument mit dem Stachel und war gleich be­reit, das Festival mit­zu­or­ga­ni­sie­ren. Von der be­nach­bar­ten Folkwang Universität in Essen sag­te Prof. Alexander Hülshoff sei­ne Unterstützung zu. Aber dann wur­de sehr viel mehr dar­aus – wie so of­t schmun­zeln die bei­den Musiker: 35 Konzerte in 20 Städten in 60 Tagen!

Das künstlerische Zentrum des Celloherbstes liegt seit­dem im be­schau­li­chen Dorf Opherdicke, denn hier steht das Musikdomizil des Intendanten Uli Bär und sei­ner Frau, der Cellistin und künstlerischen Leiterin des Festivals, Felicitas Stephan. Es ist ein wunderschönes al­tes Fachwerkhaus an der Dorfstraße, das die bei­den lie­be­voll zu ei­nem mu­si­ka­li­schen Refugium für si­ch und ih­re Gäste aus­ge­baut ha­ben. Das Gästebuch des Hauses zeugt von der be­son­de­ren Atmosphäre, in der si­ch al­le, die hier wa­ren, wohl fühlten: Daniel Müller-Schott, Antonio Meneses, Steven Isserlis, aber auch Literaten wie Wilhelm Genazino und Wolf Wondratschek und an­de­re ha­ben si­ch auf den Gästebuchseiten ver­ewigt.

Fotos: © Kulturverein Westfalen e.V.

Auf die Frage, ob er al­le Spielstätten des Celloherbstes selbst be­sich­tigt ha­be, nickt Uli Bär und wei­ß auch gleich ei­ne Anekdote zu erzählen: „Im Jahr des ers­ten Celloherbstes, das war 2004, ha­ben wir un­se­re Familienausflüge zu den Spielstätten ge­macht. Ich hat­te zum Beispiel gehört, dass in Ahlen in Westfalen ein sehr schöner Kammermusiksaal sein soll. Dorthin sind wir dann an ei­nem Nachmittag ge­fah­ren, und wie es der Zufall woll­te, fand dort ge­ra­de ein Cello-Vorspiel der Musikschule statt, so dass wir uns gleich auch von der gu­ten Akustik überzeugen konnten.“ Wichtig sei für ihn, dass die Spielstätten klein sei­en, bis zu 100 Personen, das sei ide­al, denn, so be­tont auch Felicitas Stephan, „es han­delt si­ch schlie­ß­li­ch um Kammermusik, und die­ser in­ti­me Charakter soll auch in Zukunft er­hal­ten bleiben.“ Neben dem Spiegelsaal im Haus Opherdicke, dem Kunstmuseum in Ahlen, dem Barocksaal von Haus Füchten in Ense oder der Lindenbrauerei in Unna ste­hen auch wie­der ungewöhnlichere Spielorte im Programm, die zunächst mit Musik oder Kultur nicht so viel zu tun ha­ben, so zum Beispiel die Schuhfabrik Atlas in Dortmund-Wickede.

„Dazu muss man wis­sen, dass das Festival vom Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft gefördert und ver­an­stal­tet wird. Wir ha­ben ca. 20 mittelständische Unternehmen, die al­le un­se­ren Celloherbst unterstützen und ger­ne auch ein­mal Gastgeber für ein Celloherbstkonzert sin­d“, so Uli Bär.

Für Uli Bär und sei­ne Mitstreiter ist au­ß­er­dem wich­tig, dass nicht nur Musikerinnen und Musiker aus al­ler Welt an­rei­sen, son­dern auch Künstler aus un­se­rer Region vor­ge­stellt wer­den. Dass die­se natürlich ei­ni­ges auf dem (Cello-)Kasten ha­ben müssen, ver­steht si­ch von selbst: „Man kann kei­ne welt­be­kann­ten Künstler ver­pflich­ten und sie mit Musikern, die nicht we­nigs­tens annähernd das­sel­be Niveau ha­ben, zu­sam­men­spie­len lassen.“ Zu ei­nem Markenzeichen der Region sind mitt­ler­wei­le die 12 Hellweger Cellisten ge­wor­den, die uns auch in die­sem Jahr mit fünf vir­tuo­sen Konzerten verwöhnen wer­den.

Mittlerweile schaut der Celloherbst am Hellweg auf ei­ne vierzehnjährige Geschichte zurück, in der al­ler­hand pas­siert ist. Und wenn man al­le Konzerte der letz­ten Jahre zusammenzählt, dann sind es fast 250 Konzerte mit mehr als 150 Künstlern. Es gab Konzerte im Autohaus, im Förderturm, im Möbelhaus, in der Sparkassenfiliale, im Schloss, in Fabrikhallen und in vie­len Kirchen der Region, Spielstätten die al­le ih­ren ei­ge­nen Charme ha­ben.

Die künstlerische Leitung:

Jedes Jahr gibt es ei­ne künstlerische Leitung, die maß­geb­li­ch für das Programm und das Gelingen des Celloherbstes ver­ant­wort­li­ch ist.

2004 künstlerische Leitung: Felicitas Stephan & Prof. Alexander Hüshoff

2006 künstlerische Leitung: Felicitas Stephan & Prof. Alexander Hülshoff & Prof. Matias de Oliveira Pinto

2008 künstlerische Leitung: Felicitas Stephan & Prof.Matias de Oliveira Pinto

2010 künstlerische Leitung: Felicitas Stephan & Prof. Matias de Oliveira Pinto

2012 – 2018 künstlerische Leitung: Felicitas Stephan

2016 und 2018 Schirmherrschaft: Daniel Müller-Schott

 

RUHR.2010 – und der Celloherbst war dabei!

Ein be­son­de­rer kul­tu­rel­ler Höhepunkt war das Jahr 2010, in dem der Celloherbst ein Teil der Kulturhauptstadt RUHR.2010 war. In die­sem Jahr wur­de nicht nur die Hellwegregion in har­mo­ni­sche Schwingungen ver­setzt, son­dern das ge­sam­te Ruhrgebiet. Als Teil der Metropole Ruhr leg­te der Celloherbst am Hellweg sei­nen Schwerpunkt auf die Musik von Hans Werner Henze, ei­nem der be­deu­tends­ten deut­schen Komponisten un­se­rer Zeit. Seine Musik ist mo­dern, mu­si­ka­li­sch mit­rei­ß­end und gleich­zei­tig bi­zarr. Dirigent Steven Sloane, Mitglied des Direktoriums von RUHR.2010, schrieb über den Komponisten: „Die Musik Hans Werner Henzes legt den Vergleich mit ei­nem Seismographen na­he, der die feins­ten ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Unruhen re­gis­triert. Sie ist des­halb ak­tu­ell, weil sie an die Gemeinschaft der Menschen ap­pel­liert, um das Ideal von Freiheit und Integrität zu realisieren.“ Uli Bär und Felicitas Stephan konn­ten Hans Werner Henze im Rahmen der Metropole Ruhr persönlich er­le­ben.

 

In die­sem Jahr konn­ten erneut u. a. Daniel Müller-Schott und das Rastrelli Cello Quartett mit dem legendären Giora Feidman so­wie zahl­rei­che „Junge Cello Sterne“ für das Festival ge­won­nen wer­den. Felicitas Stephan, der künstlerischen Leiterin des Celloherbstes, ist es da­bei wie im­mer wich­tig, zwei in­halt­li­chen Schwerpunkten ge­recht zu wer­den: die Vielseitigkeit der Cellomusik zu ver­mit­teln und sel­ten gehörte Werke für Violoncello aufzuführen bzw. Bekanntes und Neues ein­an­der gegenüber zu stel­len. So fin­den si­ch so­wohl Solisten als auch Ensembles un­ter den Künstlern, al­te Musik trifft auf neue Musik, Popularmusik, Jazz und Tango tref­fen auf Klassik. Mit vie­len Kinderkonzerten und Konzerten in weiterführenden Schulen möchten wir auch die jun­ge Generation für das Cello ge­win­nen und ei­nen wich­ti­gen Beitrag zur kul­tu­rel­len Bildung leis­ten.

 

Besucherstimmen:

Eine Besucherin, nachdem sie ein Konzert der jungen Cellosterne besucht hatte:
„Die Musiker spielen auf der einen Seite sehr routiniert und sicher, aber man hat trotzdem nie den Eindruck, dass sie die Musik einfach nur herunterspielen. Sie legen immer ihre ganze Seele und Leidenschaft mit hinein und es ist immer wieder etwas Besonderes, das mitzuerleben.“

 

Ein Besucher nach einem Konzert des experimentierfreudigen Wolfram Huschke:
„Er ist und bleibt einfach ein liebevolles Brachialeisen; das ist Hexerei auf dem Cello.“

 

Nach einem Konzert des Trios Morgenstern:

„So ein harmonisches Zusammenspiel schaffen nur perfekt abgestimmte Musiker! Ich finde es toll, dass der Celloherbst solche großen Talente auch in kleinere Städte wie Fröndenberg bringt.“

 

„Ein Celloherbst fürs Herz!“
„Was für ein farbenreicher Celloherbst!“

 

Ein Schüler nach seinem Auftritt in der Aula des Mariengymnasiums:

„Die Musikklasse ist aber schöner als Schule!“

 

„Ein Celloherbst voller Virtuosität und Gefühl, wahrhaft harmonische Schwingungen, die er in der Region verbreitet.“

 

 

Danksagung

Der Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft e.V. steht seit 1989 im Dienste der Förderung von Kunst und Kultur in Unna.
Unser besonderer Dank gilt den Sponsoren, der regionalen Kulturförderung des Landes NRW und den vielen Kammermusikgesellschaften, Vereinen und Kulturbüros, die dieses Festival ermöglichen.

Cellistinnen und Cellisten beim Celloherbst am Hellweg seit 2004 

Nicolas Altstaedt

Julian Arp

Lea Rahel Bader

Jan Bauer

Frieder Berthold

Christian Bongert

Stephan Braun

Jörg Brinkmann

Regine Brunke

Thomas Büttner

Rebecca Carrington

Lars Danielsson

Misha Degtjareff

Annette Demond

Jan Diesselhorst

Sergio Drabkin

Wilhelm Druckenbrodt

Fjodor Elesin

Marta Espirito Santo-Hoppe

Margarita Fonotova

Leonie Garmond

Katrin Geelvink

Alban Gerhardt

Walter Gödde

Ramon Gomez

Marijke Gonnissen

Blanca Gorgojo

Rainer Grabowski

Philipp Graham

Laurenz Groll

Katharina Gross

Robin Grunwald

Christoph Harer

Daniel Hoffmann

Arthur Hornig

Alexander Hülshoff

Vashti Hunter

Wolfram Huschke

Steven Isserlis

Ramon Jaffe

Denis Jdanov

Christian Jüttendonk

Lydia Keymling

Ji Eun Kim

Vujin Kim

Edward Klein

Maria Kliegel

Nil Kocamangil

David Koebele

Kira Kraftzoff

Nora Krahl

Melinda Riebau

Joana Rini Krüger

Johann Ludwig

Stanislav Lyamin

Franziska Matz

Konstantin Manaev

Augustin Maurs

Mark Mefsut

Antonio Meneses

Simone Meyer

Milos Mlejnik

Johannes Moser

Daniel Müller-Schott

Astrid Naegele

Gook-Hee Nam

Jonathan Natzel

Jens Naumilkat

Maxine Neuman

Anton Niculescu

K. Nürr

Adrienne de Noyelles

Wolfgang Nüsslein

Alessandro Palmeri

Sabine Pfeiffer

Hugo Pilger

Matias de Oliveira Pinto

Lilia Popova

Luigi Puxeddu

Melinda Riebau

Ulrich Rikus

Nadège Rochat

Ella Rohwer

Emil Rovner

Martin Rummel

Marcus Rundel

Kayami Satomi Farias

Guido Schiefen

Ludger Schmidt

Sandra Schmitt

Thomas Schmitz

Gabriel Schwabe

Anne-Christin Schwarz

Bernhard Schwarz

Dagmar Spengler

Nadja Stahlbaum

Paul Staicu

Felicitas Stephan

Pauline Stephan

Ralph Stärzinger

Eduardo Swerts

Tobias Sykora

Myrto Talakondi

Gunther Tiedemann

Kirill Timofeev

Marije Toenink

Mikhail Tolpygo

Luc Tooten

Jan-Filip Tupa

Yuko Uenomoto

István Várdai

Helga Voss

Susanne Wahmhoff

Gang Wang

Leon Weber

Emanuel Wehse

Andreas de Witt

Uli Witteler