Samstag, 22.09.2018 | 19 Uhr | Kath. Kirche St. Martin | Unna
Kath. Kirche St. Martin | Martinstr. 32 | 59423 Unna
Karten: AK: 38€ / 25€, VVK: 34€ / 23€
VVK: i-Punkt Unna 02303 – 103777 und hellwegticket 02921 – 31101 oder zur Kartenbestellung hier:
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Veranstalter: 
Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft e.V.

Feidman plays BEATLES

Giora Feidman & das Rastrelli Cello Quartett

Die Faszination für die Beatles erreichte Giora Feidman erstmals im Jahre 1964, als er sich gerade in den USA aufhielt. Und sein Gefühl sagte ihm gleich, da war etwas Besonderes an diesen Jungs, die würden ganz groß herauskommen. Wie groß, das konnte natürlich auch er nicht ahnen, aber „es steckte eine unheimliche Kraft in ihrer Musik, und im Grunde war ich ihr Fan von Anfang an.“ Giora Feidman war damals 28, John Lennon 24 und Paul McCartney 22 Jahre alt.

Ruft man sich in Erinnerung, dass LPs wie „Rubber Soul“ und „Revolver“ noch vor Phänomenen wie „Hair“ und Woodstock zu musikalischen Manifesten einer weltweiten Bewegung junger Menschen für ein ebenso weltweites Miteinander wurde statt Krieg, Diskriminierung und Ausbeutung, so kann es nicht verwundern, dass der unermüdliche interkulturelle Brückenbauer Giora Feidman sich von den Beatles inspiriert fühlt. „Was mich am tiefsten beeindruckt und die Beatles für mich so ungeheuer wichtig gemacht hat, ist der Umstand, dass sie praktisch die ganze Welt geeint haben. In der Begeisterung für die Beatles waren sich die jungen Leute auf allen Erdteilen einig, Unterschiede in Religion und Kultur spielten plötzlich keine Rolle mehr. Die Kriege, die die Eltern noch miterlebt hatten – Vergangenheit. Arm oder reich war auch egal, nach und nach schwanden sogar die Generationsschranken. „Das hat kein anderer Künstler, keine andere Gruppe vor oder nach den Beatles in diesem Maße erreicht. Das war wunderbar und hat mich in tiefster Seele berührt. Und es wirkt ja immer noch weiter.“

Gemeinsam mit dem Rastrelli Cello Quartett bringt Feidman nun ausgewählte Lennon/McCartney Kompositionen auf die kammermusikalische Ebene, und dieser Ansatz ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Schon 1965 verwendeten die Beatles selbst ein Streichquartett und ergänzten es lediglich durch eine – noch dazu sparsam gespielte – akustische Gitarre. Das war in „Yesterday“, und daraus wurde bekanntlich der meist-gecoverte Pop-Song aller Zeiten.

„Als sie 1966 ‘Eleanor Rigby’ aufnahmen, spielten die Streicher eigentlich viel zu geradeaus und hart, um dem empathisch-melancholischen Text des Songs gerecht zu werden“, erläutert Cellist und Co-Arrangeur Kira Kraftzoff. „Und jetzt waren Giora und wir ja auch noch in der Situation, ganz ohne den Text zu arbeiten. Alles, was Paul McCartney an Emotion in diesen Song hineingepackt hat, muss jetzt nur durch unsere Instrumente Ausdruck finden. Und deshalb haben wir die Streicher viel weicher arrangiert als damals die Beatles mit George Henry Martin.“

Wenn es darum geht, Innerlichkeit nach außen hin hörbar zu machen, dann gibt es auf der Klarinette ohnehin keinen begnadeteren Musiker als Giora Feidman. Aber bescheiden, wie er ist, will er die Lorbeeren unbedingt gerecht verteilt wissen: „Ohne die Vier vom Rastrelli Quartett hätte ich das Album so nicht hinbekommen. Sie hatten entscheidenden Anteil, besonders bei der Auswahl der Stücke aus dem riesigen Beatles-Repertoire und nahezu ausschließlich bei den Arrangements. Sie haben das Beste aus mir herausgeholt.“

Foto ©Stefan-Haeger