Geschichte des Celloherbstes

Rückblick: Celloherbst am Hellweg 2014

Besucherstimmen 2014

Eine Besucherin, nach­dem sie ein Konzert der jun­gen Cellosterne be­sucht hat­te: „Die Musiker spie­len auf der ei­nen Seite sehr rou­ti­niert und si­cher, aber man hat trotz­dem nie den Eindruck, dass sie die Musik ein­fach nur her­un­ter­spie­len. Sie le­gen im­mer ih­re gan­ze Seele und Leidenschaft mit hin­ein und es ist im­mer wie­der et­was Besonderes, das mit­zu­er­le­ben.“

Ein Besucher nach ei­nem Konzert des ex­pe­ri­men­tier­freu­di­gen Wolfram Huschke: „Er ist und bleibt ein­fach ein lie­be­vol­les Brachialeisen; das ist Hexerei auf dem Cello.“

Nach ei­nem Konzert des Trios Morgenstern: „So ein har­mo­ni­sches Zusammenspiel schaf­fen nur per­fekt ab­ge­stimm­te Musiker! Ich fin­de es toll, dass der Celloherbst sol­che gro­ßen Talente auch in klei­ne­re Städte wie Fröndenberg bringt.“

„Ein Celloherbst fürs Herz!“

„Was für ein far­ben­rei­cher Celloherbst!“

Ein Schüler nach sei­nem Auftritt in der Aula des Mariengymnasiums: „Die Musikklasse ist aber schö­ner als Schule!“

„Ein Celloherbst vol­ler Virtuosität und Gefühl, wahr­haft har­mo­ni­sche Schwingungen, die er in der Region ver­brei­tet.“

Danksagung

Der Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft e.V. steht seit 1989 im Dienste der Förderung von Kunst und Kultur in Unna.

Unser be­son­de­rer Dank gilt den Sponsoren, der re­gio­na­len Kulturförderung des Landes NRW und den vie­len Kammermusikgesellschaften, Vereinen und Kulturbüros, die die­ses Festival er­mög­li­chen.

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Am Anfang war ein klei­nes Festival …

Eigentlich soll­te es ein ganz klei­nes Festival wer­den, wel­ches die Cellistin Felicitas Stephan und der Kontrabassist Uli Bär in den zwei Kirchen im klei­nen Dorf Opherdicke ver­an­stal­ten woll­ten. Der da­ma­li­ge 1. Vorsitzende des Kulturkreises der Unnaer Wirtschaft und Niederlassungsleiter Gunnar Dencker von Mercedes Benz in Unna hat­te 2003 so­fort ein of­fe­nes Ohr  für das Instrument mit dem Stachel und war gleich be­reit, das Festival mit­zu­or­ga­ni­sie­ren. Von der be­nach­bar­ten Folkwang Universität in Essen sag­te Prof. Alexander Hülshoff sei­ne Unterstützung zu. Aber dann wur­de sehr viel mehr dar­aus – „wie so oft“ schmun­zeln die bei­den Musiker: 35 Konzerte in 20 Städten in 60 Tagen!

Das künst­le­ri­sche Zentrum des Celloherbstes liegt seit­dem im be­schau­li­chen Dorf Opherdicke, denn hier steht das Musikdomizil des Intendanten Uli Bär und sei­ner Frau, der Cellistin und künst­le­ri­schen Leiterin des Festivals, Felicitas Stephan. Es ist ein wun­der­schö­nes al­tes Fachwerkhaus an der Dorfstraße, das die bei­den lie­be­voll zu ei­nem mu­si­ka­li­schen Refugium für si­ch und ih­re Gäste aus­ge­baut ha­ben. Das Gästebuch des Hauses zeugt von der be­son­de­ren Atmosphäre, in der si­ch al­le, die hier wa­ren, wohl fühl­ten: Daniel Müller-Schott, Antonio Meneses, Steven Isserlis und auch Literaten wie Wilhelm Genazino und Wolf Wondratschek und an­de­re ha­ben si­ch auf den Gästebuchseiten ver­ewigt.

Auf die Frage, ob er al­le Spielstätten des Celloherbstes selbst be­sich­tigt ha­be, nickt Uli Bär und weiß auch gleich ei­ne Anekdote zu er­zäh­len: „Im Jahr des ers­ten Celloherbstes, das war 2004, ha­ben wir un­se­re Familienausflüge zu den Spielstätten ge­macht. Ich hat­te zum Beispiel ge­hört, dass in Ahlen in Westfalen ein sehr schö­ner Kammermusiksaal sein soll. Dorthin sind wir dann an ei­nem Nachmittag ge­fah­ren, und wie es der Zufall woll­te, fand dort ge­ra­de ein Cello-Vorspiel der Musikschule statt, so dass wir uns gleich auch von der gu­ten Akustik über­zeu­gen konn­ten.“ Wichtig sei für ihn, dass die Spielstätten klein sei­en, bis zu 100 Personen, das sei ide­al, denn, so be­tont auch Felicitas Stephan, „es han­delt si­ch schließ­li­ch um Kammermusik, und die­ser in­ti­me Charakter soll auch in Zukunft er­hal­ten blei­ben.“ Neben dem Spiegelsaal im Haus Opherdicke, dem Kunstmuseum in Ahlen, dem Barocksaal von Haus Füchten in Ense oder der Lindenbrauerei in Unna ste­hen auch wie­der un­ge­wöhn­li­che­re Spielorte im Programm, die zu­nächst mit Musik oder Kultur nicht so viel zu tun ha­ben – die Schuhfabrik Atlas in Dortmund-Wickede et­wa oder die Unnaer Firma Nirotec an der Max-Planck-Straße.

„Dazu muss man wis­sen, dass das Festival vom Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft ge­för­dert und ver­an­stal­tet wird. Wir ha­ben ca. 20 mit­tel­stän­di­sche Unternehmen, die al­le un­se­ren Celloherbst un­ter­stüt­zen und ger­ne auch ein­mal Gastgeber für ein Celloherbstkonzert sind“, so Uli Bär. Deshalb be­fin­det si­ch das Festivalbüro in dem klei­nen Handwerkerhäuschen an der Burgstraße in Unna, das Uli Bär als dem Intendanten und sei­nen Mitarbeitern von der Kulturstiftung der Sparkasse Unna zur Verfügung ge­stellt wur­de.

Für Uli Bär und sei­ne Mitstreiter ist au­ßer­dem wich­tig, dass nicht nur Musikerinnen und Musiker aus al­ler Welt an­rei­sen, son­dern auch Künstler aus un­se­rer Region vor­ge­stellt wer­den. Dass die­se na­tür­li­ch ei­ni­ges auf dem (Cello-)Kasten ha­ben müs­sen, ver­steht si­ch von selbst: „Man kann kei­ne welt­be­kann­ten Künstler ver­pflich­ten und sie mit Musikern, die nicht we­nigs­tens an­nä­hernd das­sel­be Niveau ha­ben, zu­sam­men­spie­len las­sen.“ Zu ei­nem Markenzeichen der Region sind mitt­ler­wei­le die 12 Hellweger Cellisten ge­wor­den, die uns auch in die­sem Jahr mit vier vir­tuo­sen Konzerten ver­wöh­nen wer­den.

Mittlerweile schaut der Celloherbst am Hellweg auf ei­ne zwölf­jäh­ri­ge Geschichte zu­rück, in der al­ler­hand pas­siert ist. Und wenn man al­le Konzerte der letz­ten Jahre zu­sam­men­zählt, dann sind es fast 250 Konzerte mit mehr als 150 Künstlern. Es gab Konzerte im Autohaus, im Förderturm, im Möbelhaus, in der Sparkassenfiliale, im Schloss, in Fabrikhallen und in vie­len Kirchen der Region, Spielstätten die al­le ih­ren ei­ge­nen Charme ha­ben.

Die künstlerische Leitung:

Jedes Jahr gibt es ei­ne künst­le­ri­sche Leitung, die maß­geb­li­ch für das Programm

und das Gelingen des Celloherbstes ver­ant­wort­li­ch ist.

2004 künst­le­ri­sche Leitung: Felicitas Stephan & Prof. Alexander Hülshoff

2006 künst­le­ri­sche Leitung: Felicitas Stephan & Prof. Alexander Hülshoff & Prof. Matias de Oliveira Pinto

2008 künst­le­ri­sche Leitung: Felicitas Stephan & Prof.Matias de Oliveira Pinto

2010 künst­le­ri­sche Leitung: Felicitas Stephan & Prof. Matias de Oliveira Pinto

2012 – 2016 künst­le­ri­sche Leitung: Felicitas Stephan

2016 Schirmherrschaft: Daniel Müller-Schott

 

RUHR.2010  – und der Celloherbst war dabei!

Ein be­son­de­rer kul­tu­rel­ler Höhepunkt war das Jahr 2010, in dem der Celloherbst ein Teil der Kulturhauptstadt RUHR.2010 war. In die­sem Jahr wur­de nicht nur die Hellwegregion in har­mo­ni­sche Schwingungen ver­setzt, son­dern das ge­sam­te Ruhrgebiet. Als Teil der Metropole Ruhr leg­te der Celloherbst am Hellweg sei­nen Schwerpunkt auf die Musik von Hans Werner Henze – ei­nem der be­deu­tends­ten deut­schen Komponisten un­se­rer Zeit. Seine Musik ist mo­dern, mu­si­ka­li­sch mit­rei­ßend und gleich­zei­tig bi­zarr. Dirigent Steven Sloane, Mitglied des Direktoriums von RUHR.2010, schrieb über den Komponisten: „Die Musik Hans Werner Henzes legt den Vergleich mit ei­nem Seismographen na­he, der die feins­ten ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Unruhen re­gis­triert. Sie ist des­halb ak­tu­ell, weil sie an die Gemeinschaft der Menschen ap­pel­liert, um das Ideal von Freiheit und Integrität zu rea­li­sie­ren.“ Uli Bär und Felicitas Stephan konn­ten Hans Werner Henze im Rahmen der Metropole Ruhr per­sön­li­ch er­le­ben.

In die­sem Jahr konn­ten u. a. Daniel Müller-Schott und das Rastrelli Cello Quartett mit dem le­gen­dä­ren Giora Feidman so­wie zahl­rei­che „Junge Cello Sterne“ für das Festival ge­won­nen wer­den. Felicitas Stephan, der künst­le­ri­schen Leiterin des Celloherbstes, ist es da­bei wie im­mer wich­tig, zwei in­halt­li­chen Schwerpunkten ge­recht zu wer­den: die Vielseitigkeit der Cellomusik zu ver­mit­teln und sel­ten ge­hör­te Werke für Violoncello auf­zu­füh­ren bzw. Bekanntes und Neues ein­an­der ge­gen­über zu stel­len. So fin­den si­ch so­wohl Solisten als auch Ensembles un­ter den Künstlern, al­te Musik trifft auf neue Musik, Popularmusik, Jazz und Tango tref­fen auf Klassik. Mit vie­len Kinderkonzerten und Konzerten in wei­ter­füh­ren­den Schulen, so­wie dem „Tag der of­fe­nen Geigenbauwerkstatt“ möch­ten wir auch die jun­ge Generation für das Cello ge­win­nen und ei­nen wich­ti­gen Beitrag zur kul­tu­rel­len Bildung leis­ten.

Namen der Künstler, die seit 2004 am Celloherbst teil­ge­nom­men ha­ben, gibt es hier.